Arbeitsschwerpunkte

Unser Augenmerk richtet sich insbesondere auf Integrationshemmnisse und auf die Bereiche, die staatlich oder kommunal noch nicht geregelt sind oder ohne besondere Unterstützung nicht genutzt werden können.

Die geflüchteten Menschen benötigen, neben der existenziellen Versorgung und dem Spracherwerb, vor allem auch den sozialen Austausch mit der Bevölkerung, um Einblicke in Kultur und Werte zu erhalten und vor Ort eine Heimat zu finden. Hierzu gehören auch die Vorbereitung auf die Herausforderungen in Schule und Beruf sowie begleitende Unterstützung in allen Alltagsbelangen und der Austausch mit ihrem sozialen Umfeld. Die Eltern benötigen Unterstützung in Fragen der Erziehung, die sich an unseren gesellschaftlichen Werten und Gegebenheiten orientieren. Grundsätzliche Herausforderung ist zudem die Anerkennung von Berufsabschlüssen und die Anpassung an westliche Standards auf dem Arbeitsmarkt.

Das Überwinden von Traumata sowie der positive Blick nach vorne sind wichtige Aspekte, um geflüchteten Menschen Lebensqualität zu ermöglichen und Zugehörigkeitsgefühl entstehen zu lassen. Dabei ist auch geschlechterspezifische Förderung nötig. Es gibt sehr viel mehr männliche als weibliche Geflüchtete. Dazu kommen oftmals aus dem Flüchtlingsland mitgebrachte Wertvorstellungen, die vom westlichen Rollenverständnis abweichen. Herausforderungen zeigen sich in den unterschiedlichsten Situationen, wie beispielsweise beim Einhalten von Terminen und der unterschiedlichen Auffassung von Kindererziehung und in der Bewältigung eines selbständigen Lebens in einer eignen Wohnung. Hier möchten wir ab Mitte 2019 mit unserem Projekt „Wohnschule Mainz“ ansetzen.

Ein besonders hohes Maß an Unterstützung und Orientierungshilfen brauchen die geflüchteten Menschen ohne Bleibeperspektive, die von staatlich geförderten Integrationsmaßnahmen weitgehend ausgeschlossen sind.